Dämmstoffe im Vergleich: Von günstig bis Premium – Der große Ratgeber für Hausbesitzer 2024

Der große Dämmstoff-Vergleich: Von günstig bis High-End

Die Natur zeigt uns perfekt, wie Dämmung funktioniert. Islandponys entwickeln im Winter ein dichtes Fell, Spatzen plustern ihr Gefieder auf, und Eiderdaunen sind für ihre hervorragende Isolierung bekannt. Was all diese natürlichen Beispiele gemeinsam haben, ist die eingeschlossene Luft – genauer gesagt, die stillstehende Luft. Dieses fundamentale Prinzip bildet auch die Grundlage für moderne Dämmstoffe: Je kleiner die Luftporen im Material, desto besser die Dämmwirkung. Von diesem Naturprinzip ausgehend hat die Industrie eine breite Palette von Dämmstoffen entwickelt – von einfachen, geschredderten Zeitungen bis hin zu Hightech-Materialien, die auf Nanotechnologie basieren. In diesem Artikel erfährst du, wie du den richtigen Dämmstoff für dein Zuhause findest und worauf es dabei wirklich ankommt.

Arnold Drewer, einer der führenden Dämmexperten Deutschlands, erklärt in diesem Artikel alles Wichtige zum Thema Dämmstoffe. Du erfährst, welches Material für dein Haus am besten geeignet ist und worauf du bei der Auswahl achten musst.

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Die preiswerte Basis: Zellulose

Der günstigste Dämmstoff auf dem Markt ist Zellulose – im Grunde geschredderte Zeitungen mit Flammschutzmitteln. Mit Materialkosten von 40-50 Euro pro Kubikmeter ist sie unschlagbar preiswert. Besonders geeignet ist sie für Bereiche, wo viel Platz zur Verfügung steht, wie etwa die obere Geschossdecke.

Der Klassiker: Polystyrol

Mit etwa 150-160 Euro pro Kubikmeter ist Polystyrol der Standard für Wärmedämmverbundsysteme. Ein faszinierender Fakt: Es ist so wasserdicht, dass es seit Jahrzehnten in Yachthäfen als Schwimmer verwendet wird. Das Material amortisiert sich energetisch hervorragend – ein Liter verarbeitetes Erdöl in Form von Polystyrol spart über die Lebensdauer etwa 50 Liter Heizöl ein.

Die Hochleistungsprodukte

Am oberen Ende der Preisskala finden wir die Hochleistungsdämmstoffe, die besonders dort zum Einsatz kommen, wo maximale Dämmleistung bei minimaler Dicke gefragt ist. Ein beeindruckendes Beispiel sind die Spaceloft-Matten, die mit einem Preis von etwa 6.000 Euro pro Kubikmeter zu den teuersten Dämmstoffen gehören. Diese auf Aerogel basierten Matten erreichen eine etwa dreifach bessere Dämmleistung als Standard-Dämmstoffe. Was sie besonders macht, ist ihre praktische Verarbeitbarkeit: Anders als andere Hochleistungsdämmstoffe können sie gebogen, geschnitten, gedübelt, verklebt und sogar verputzt werden. Mit einer Wärmeleitzahl von 0,15 bieten sie eine außergewöhnliche Dämmleistung bei gleichzeitig flexibler Handhabung.

Noch einen Schritt weiter gehen die Vakuumisolationspaneele, die mit etwa 10.000 Euro pro Kubikmeter den Spitzenplatz in der Preisgestaltung einnehmen. Sie stellen mit einer Wärmeleitzahl von 0,007 den effektivsten Dämmstoff am Markt dar – gerade einmal 2 Zentimeter dieser Platten erreichen die gleiche Dämmwirkung wie 10 Zentimeter konventionelles Polystyrol. Allerdings bringen diese Paneele auch spezielle Herausforderungen mit sich: Sie können weder geschnitten noch gedübelt oder anderweitig bearbeitet werden. Zudem muss ihre genaue Größe und Position bereits Wochen vor dem Einbau geplant werden. Diese Einschränkungen in der Verarbeitung, kombiniert mit dem hohen Preis, machen sie zu einer Speziallösung für besondere Anforderungen.

Die richtige Wahl für deinen Anwendungsfall

Wenn der Platz knapp ist

Bei begrenztem Platz, etwa im Rollladenkasten oder an der Kellerdecke, sind Hochleistungsdämmstoffe wie Phenolharz (Wärmeleitzahl 0,021) oder sogar Vakuumisolationspaneele die beste Wahl. Sie sind zwar teuer, liefern aber maximale Dämmleistung bei minimaler Dicke.

Wenn Feuchtigkeit eine Rolle spielt

Beim Thema Feuchtigkeit müssen wir zunächst verstehen, dass Wasser auf vier verschiedenen Wegen in ein Gebäude eindringen kann: von oben, von unten, von außen und von innen. Jede dieser Situationen erfordert eine spezifische Herangehensweise bei der Wahl des Dämmstoffs.

Besonders komplex ist der Umgang mit Feuchtigkeit von innen, dem sogenannten Tauwasser. Dies ist besonders bei Innendämmung ein nicht zu vermeidender Effekt. Hier brauchen wir Dämmstoffe, die drei wichtige Eigenschaften vereinen: Sie müssen Feuchtigkeit gut aufnehmen, diese zwischenspeichern und später wieder abgeben können. Diese Fähigkeit besitzen vor allem Zellulose, Kalziumsilikatplatten und Porenbeton. Die Materialien funktionieren hier wie ein Puffer, der überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt und später, wenn die Bedingungen es erlauben, wieder an die Raumluft abgibt.

Eine ganz andere Situation finden wir im zweischaligen Mauerwerk. Hier dürfen ausschließlich hydrophobe, also wasserabweisende Materialien zum Einsatz kommen. Der Grund dafür ist der Schlagregen, der von außen auf die Fassade trifft. Würde man hier wassersaugende Materialien wie Zellulose oder Holzfaserdämmstoffe einsetzen, könnte die Feuchtigkeit bis zur Innenwand transportiert werden – mit der Folge von Schimmelbildung. Geeignet sind hier beispielsweise Polystyrol-Kügelchen, die kein Wasser aufnehmen.

Bei Wärmedämmverbundsystemen an der Außenwand haben wir mehr Flexibilität. Da der Putz als schützende Schicht fungiert, können wir sowohl wassersaugende als auch wasserabweisende Materialien verwenden. Holzweichfaserplatten sind hier ebenso möglich wie Polystyrol oder Polyurethan.

Interessant ist auch das unterschiedliche Verhalten der Dämmstoffe während der Bauphase. Einige Materialien wie Phenolharz oder Steinwollplatten sind während der Verarbeitung besonders empfindlich gegenüber Regen. Sie können sich vollsaugen und im schlimmsten Fall von der Wand fallen. Dies muss besonders bei Sommergewittern beachtet werden. Polystyrol hingegen ist absolut wasserdicht – so wasserdicht, dass es seit Jahrzehnten in Yachthäfen als Schwimmkörper verwendet wird.

Es gibt auch Situationen, in denen die Feuchtigkeitseigenschaften des Dämmstoffs keine entscheidende Rolle spielen. Dies ist beispielsweise bei der Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke von unten der Fall. Hier können sowohl hydrophile als auch hydrophobe Materialien zum Einsatz kommen.

Diese differenzierte Betrachtung des Feuchtigkeitsverhaltens zeigt, warum es so wichtig ist, den richtigen Dämmstoff für den jeweiligen Anwendungsfall zu wählen. Ein Material, das an einer Stelle ideal ist, kann an anderer Stelle zu schwerwiegenden Bauschäden führen. Die Devise lautet also nicht “gut oder schlecht”, sondern “passend oder unpassend” für den jeweiligen Einsatzort.

Die optimale Dämmdicke: Eine Frage der Wirtschaftlichkeit

Viele Hausbesitzer unterschätzen einen entscheidenden Punkt bei der Dämmung: Die Materialkosten des Dämmstoffs machen nur etwa 10% der Gesamtkosten aus. Der Rest sind die sogenannten “Sowieso-Kosten”. Nehmen wir als Beispiel ein Wärmedämmverbundsystem: Bevor auch nur die erste Dämmplatte an der Wand befestigt wird, braucht es ein Gerüst, die alten Fallrohre und Fensterbänke müssen demontiert werden, der Untergrund muss vorbereitet werden. Nach dem Anbringen der Dämmung folgen Arbeitsschritte wie das Aufbringen von Unter- und Oberputz, das Einarbeiten von Armierungsgewebe, die Installation von Tropfnasen und Dehnungsfugen, und natürlich die Montage neuer Fallrohre und Fensterbänke.

Das gleiche Prinzip gilt auch für andere Dämmverfahren. Selbst bei der vermeintlich einfachen Aufblasdämmung mit Zellulose auf der obersten Geschossdecke übersteigen die Rüstkosten die reinen Materialkosten. Was sind diese Rüstkosten? Es beginnt damit, dass der Handwerker sein Fahrzeug beladen und durch den Verkehr zum Einsatzort fahren muss. Vor Ort müssen dann erst einmal Kabel und Schläuche verlegt werden, bevor die eigentliche Arbeit beginnen kann.

Diese Kostenstruktur führt zu einer wichtigen Erkenntnis: Da die Grundkosten so hoch sind, sollte man gleich richtig dämmen. Bei einem Wärmedämmverbundsystem liegt die optimale Dicke bei 24 Zentimetern Polystyrol – diese Berechnung stammt vom PASIFRAS Institut. Darüber wird es unwirtschaftlich, darunter verschenkt man Potential. Wer zum Beispiel bei der Einblasdämmung der obersten Geschossdecke nach 20 Zentimetern aufhört, spart vielleicht etwas Material, verschenkt aber die Chance einer nachhaltigen Dämmung – denn eine halbe Stunde mehr Arbeitszeit würde für eine deutlich bessere Dämmwirkung sorgen.

Besonders wichtig: Die Entscheidung für eine bestimmte Dämmdicke trifft man für die gesamte Restlebensdauer des Gebäudes. Eine nachträgliche Verstärkung der Dämmung ist zwar technisch möglich, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten aber praktisch nie darstellbar – man müsste ja alle Aufbauten wieder entfernen und die gesamten Sowieso-Kosten ein zweites Mal aufbringen. Deswegen gilt: Einmal richtig dämmen ist nachhaltiger als später nachbessern zu müssen.

Sommerlicher Wärmeschutz: Mehr als nur Dämmung

Gerade im Dachbereich spielt der sommerliche
Wärmeschutz eine wichtige Rolle. Drei Faktoren sind entscheidend:

  • Der spezifische Stoffkennwert (wie viel Wärme kann gespeichert werden)
  • Die Masse des Dämmstoffs
  • Die Dämmdicke

Ein wichtiger Praxistipp: Die beste Dämmung nutzt wenig ohne vernünftige Verschattung. Besonders bei Dachfenstern und großen Fensterflächen ist eine außenliegende Verschattung unverzichtbar.

Rechtliche Aspekte: Darauf musst du achten

Bei der Dämmung haben Selberbauer zwar grundsätzlich viele Freiheiten, doch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind aus gutem Grund gesetzt. Als Bauherr müssen Sie einige entscheidende Aspekte beachten, deren Missachtung schwerwiegende finanzielle und rechtliche Folgen haben kann.

Grundlegend wichtig ist die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung der Dämmstoffe. Ein anschauliches Beispiel aus dem Alltag verdeutlicht die Problematik: Theoretisch könnten Sie Verpackungsstyropor unter Ihre oberste Geschossdecke legen – es würde sogar dämmen. Doch im Brandfall wird dies zum existenziellen Problem. Wenn der Brandsachverständige nach einem Feuer diesen nicht zugelassenen Dämmstoff entdeckt, wird die Versicherung die Zahlung verweigern. Die bauaufsichtliche Zulassung ist also keine bürokratische Hürde, sondern Ihr Sicherheitsnetz im Schadensfall.

Bei Wärmedämmverbundsystemen gilt ein besonders wichtiges Prinzip: die Systemtreue. Zwar ist es rechtlich nicht verboten, sich einzelne Komponenten wie Styroporplatten, Putz, Armierungsgewebe und andere Materialien selbst zusammenzustellen. Doch diese vermeintliche Freiheit kann teuer werden. Treten später Schäden auf, etwa Risse in der Fassade, werden die Hersteller jede Haftung ablehnen. Der Begriff “Wärmedämmverbundsystem” ist wörtlich zu nehmen – alle Komponenten vom Kleber über die Dämmplatten bis zu den Dübeln und dem Putz sind aufeinander abgestimmt. Nur wenn Sie im System eines Herstellers bleiben, greifen im Schadensfall die Gewährleistungsansprüche.

Eine weitere wichtige rechtliche Besonderheit betrifft Einblasdämmstoffe. Diese dürfen ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben eingebracht werden. Der Grund liegt in der Technik: Anders als bei Platten oder Matten können Einblasdämmstoffe sich im Laufe der Zeit setzen. Besonders im Holzrahmenbau kann unzureichende Verdichtung zu Hohlräumen führen, die die Dämmwirkung drastisch verschlechtern. Das Deutsche Institut für Bautechnik schreibt daher vor, dass nur geschulte Fachbetriebe, die die notwendigen Verdichtungswerte kennen und einhalten können, diese Arbeiten ausführen dürfen.

Die rechtlichen Vorgaben mögen auf den ersten Blick wie Einschränkungen erscheinen. In Wirklichkeit schützen sie Sie als Bauherr – vor mangelhafter Dämmwirkung, vor Bauschäden und vor finanziellen Verlusten durch abgelehnte Versicherungsleistungen oder Gewährleistungsansprüche. Bedenken Sie: Eine fehlerhafte oder nicht regelkonforme Dämmung kann Sie im schlimmsten Fall nicht nur die Investition kosten, sondern auch die Versicherungsleistung im Brandfall sowie teure Sanierungsarbeiten nach sich ziehen

Fazit: Nachhaltig dämmen heißt optimal dämmen

Nachhaltigkeit bei der Dämmung bedeutet nicht zwangsläufig, zu den teuersten ökologischen Dämmstoffen zu greifen. Viel wichtiger ist die richtige Dimensionierung: So dick dämmen, wie es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Denn eine nachträgliche Verstärkung der Dämmung ist meist wirtschaftlich nicht darstellbar.

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Häufige Fragen zu Dämmstoffen

Was ist der günstigste Dämmstoff für mein Haus?

Der günstigste Dämmstoff auf dem Markt ist Zellulose, die im Wesentlichen aus recycelten, geschredderten Zeitungen mit Flammschutzmitteln besteht. Mit Materialkosten von nur 40-50 Euro pro Kubikmeter ist sie preislich unschlagbar. Zellulose eignet sich besonders gut für Bereiche mit viel Platz, wie zum Beispiel die obere Geschossdecke. Was diesen Dämmstoff besonders nachhaltig macht, ist seine hervorragende Energiebilanz: Er spart während seiner Nutzungsdauer tausendmal mehr Energie ein, als für seine Herstellung benötigt wird. Ein weiterer Vorteil ist seine Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben – eine wichtige Eigenschaft besonders bei der Innendämmung. Bei der obersten Geschossdecke kann und sollte Zellulose in Dicken von 35-40 Zentimetern aufgebracht werden, in manchen Fällen sind sogar bis zu 55 Zentimeter sinnvoll.

Welche Dämmdicke ist die richtige für meine Hauswand?

Laut PASIFRAS Institut liegt die optimale Dämmdicke bei einem Wärmedämmverbundsystem bei 24 Zentimetern Polystyrol. Diese Dicke bietet das beste Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen. Eine dünnere Dämmung verschenkt Einsparpotenzial, während eine dickere Dämmung unwirtschaftlich wird. Der Grund dafür liegt in der Kostenstruktur: Der Dämmstoff selbst macht nur etwa 10% der Gesamtkosten aus. Die restlichen 90% sind sogenannte “Sowieso-Kosten”: Das beginnt mit der Anfahrt des Handwerkers durch den Verkehr, der Parkplatzsuche und dem Aufbau der Ausrüstung. Hinzu kommen Gerüst, Untergrundbehandlung, das Entfernen und spätere Neuinstallieren von Fallrohren und Fensterbänken, sowie Arbeitszeit für Kleben, Dübeln und Verputzen. Da diese Grundkosten so hoch sind, ist es wirtschaftlich sinnvoll, gleich richtig zu dämmen – eine spätere Verstärkung der Dämmung ist praktisch nie wirtschaftlich darstellbar, da alle diese Kosten ein zweites Mal anfallen würden. Die Entscheidung für eine Dämmdicke treffen Sie also für die gesamte Restlebensdauer des Gebäudes.

Welcher Dämmstoff eignet sich am besten bei Feuchtigkeit?

Bei der Feuchtigkeit müssen wir vier verschiedene Eintrittswege berücksichtigen: von oben, von unten, von außen und von innen (Tauwasser). Jede dieser Situationen erfordert eine spezifische Lösung. Bei Innendämmungen brauchen wir Materialien, die Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben können – wie Zellulose, Kalziumsilikatplatten oder Porenbeton. Diese Materialien fungieren als Feuchtigkeitspuffer und können das unvermeidliche Tauwasser zwischenspeichern. Bei zweischaligem Mauerwerk hingegen müssen zwingend wasserabweisende (hydrophobe) Materialien wie Polystyrol-Kügelchen verwendet werden, da sonst der Schlagregen von der Außenwand zur Innenwand transportiert werden könnte, was zu Schimmelbildung führt. Bei Wärmedämmverbundsystemen an der Außenwand haben wir dank des schützenden Putzes die Wahl zwischen beiden Varianten. Ein interessantes Beispiel für die Wasserresistenz von Polystyrol sehen wir in Yachthäfen: Dort werden Styroporblöcke seit Jahrzehnten als Schwimmkörper für Bootsstege verwendet. Während der Bauphase reagieren die Materialien sehr unterschiedlich auf Regen: Phenolharz, Steinwolle und Holzweichfaserplatten müssen besonders bei Sommergewittern geschützt werden, da sie sich vollsaugen und von der Wand fallen können.

Was sind Hochleistungsdämmstoffe und wann brauche ich sie?

Hochleistungsdämmstoffe kommen zum Einsatz, wenn maximale Dämmleistung bei minimaler Dicke gefordert ist, etwa bei Rollladenkästen oder Kellerdecken. Die Spaceloft-Matten (ca. 6.000 €/m³) mit einer Wärmeleitzahl von 0,15 bieten eine dreifach bessere Dämmleistung als Standard-Dämmstoffe. Ihr besonderer Vorteil liegt in der Verarbeitbarkeit: Sie können gebogen, geschnitten, gedübelt, verklebt und verputzt werden. Noch effektiver sind Vakuumisolationspaneele (ca. 10.000 €/m³) mit einer Wärmeleitzahl von 0,007 – hier entsprechen 2 cm etwa 10 cm normalem Polystyrol. Allerdings können diese weder geschnitten noch gedübelt werden, und ihre genaue Größe und Position muss bereits Wochen vor dem Einbau geplant werden. Als Zwischenlösung bietet sich Phenolharz mit einer Wärmeleitzahl von 0,021 an, das ebenfalls sehr gute Dämmwerte bei geringer Dicke erreicht.

Worauf muss ich rechtlich bei der Dämmung achten?

Die rechtlichen Vorgaben dienen Ihrem Schutz, auch wenn sie zunächst wie Einschränkungen erscheinen mögen. Grundsätzlich benötigen Sie Dämmstoffe mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung. Ein warnendes Beispiel: Wer Verpackungsstyropor als Dämmung verwendet, riskiert im Brandfall die komplette Ablehnung der Versicherungsleistung, wenn der Brandsachverständige dies entdeckt. Besondere Brandschutzanforderungen gelten bei Reihenhäusern – hier müssen in der Wand zum Nachbarn unbrennbare Dämmstoffe verwendet werden. Auch rund um den Kamin muss bei der oberen Geschossdecke ein Kragen aus unbrennbaren Dämmstoffen (Glas- oder Steinwolle) eingebaut werden.
Bei Wärmedämmverbundsystemen gilt das Prinzip der Systemtreue – alle Komponenten müssen vom gleichen Hersteller stammen. Zwar können Sie theoretisch Komponenten verschiedener Hersteller kombinieren, riskieren damit aber Ihre Gewährleistungsansprüche. Einblasdämmstoffe dürfen ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben eingebracht werden, da nur diese die notwendige Verdichtung gewährleisten können – besonders im Holzrahmenbau könnte unzureichende Verdichtung sonst zu problematischen Setzungen führen.

Wie wichtig ist der sommerliche Wärmeschutz?

Der sommerliche Wärmeschutz spielt besonders im Leichtbau (Holzrahmenbau und Dachschrägen) eine wichtige Rolle und wird von drei Faktoren bestimmt: Erstens dem spezifischen Stoffkennwert – also wie viel Wärme das Material pro Kilogramm speichern kann. Hier sind Holzfaserprodukte und Zellulose besser als mineralische oder synthetische Dämmstoffe. Zweitens der Masse des Dämmstoffs – je schwerer, desto mehr Wärme kann gespeichert werden. Und drittens der Dämmdicke – bei Holzweichfaserprodukten werden im Dachbereich oft bis zu 35 Zentimeter benötigt, während bei leichteren Dämmstoffen 25 Zentimeter ausreichen können.
Die praktische Erfahrung zeigt jedoch: Selbst die beste Dämmung kann ihr Potential nur mit vernünftiger Verschattung entfalten. Besonders bei Dachfenstern und großen Fensterflächen ist eine außenliegende Verschattung unerlässlich. Ein anschauliches Beispiel aus der Praxis: In einem mit Zellulose gedämmten Haus blieb ein Zimmer mit großen Fenstern in West-Südwest-Ausrichtung trotz sehr guter Dämmung zu warm – erst die Installation einer außenliegenden Lamellenkonstruktion löste das Problem.

Wie nachhaltig sind verschiedene Dämmstoffe wirklich?

Die Nachhaltigkeit von Dämmstoffen wird oft missverstanden. Ein verbreiteter Irrtum betrifft beispielsweise Polystyrol: Obwohl es aus Erdöl hergestellt wird, ist seine Energiebilanz beeindruckend. Ein Liter Erdöl, der zu Polystyrol verarbeitet und als Dämmung eingesetzt wird, spart über seine Lebensdauer etwa 50 Liter Heizöl ein, die sonst durch den Kamin gejagt würden. Bemerkenswert ist auch, dass es heute keine Dämmstoffe mehr gibt, die als Sondermüll eingestuft werden müssen. Alle modernen Dämmstoffe sind während ihrer Nutzungsphase für Mensch, Tier und Umwelt unbedenklich. Lediglich im Brandfall entstehen – wie bei allen Materialien des täglichen Lebens wie Möbeln oder Kleidung – problematische Substanzen.
Wahre Nachhaltigkeit bei der Dämmung bedeutet vor allem, die richtige Dimensionierung zu wählen. Es ist wichtiger, die optimale Dämmdicke zu verwenden, als den vermeintlich “ökologischsten” Dämmstoff zu wählen. Ein zu dünn gedämmtes Haus mit Naturdämmstoffen ist weniger nachhaltig als ein optimal gedämmtes Haus mit konventionellen Materialien.

Was sind die besonderen Anforderungen im mehrgeschossigen Bau und bei Sondergebäuden?

Im mehrgeschossigen Wohnungsbau sowie bei Spezialgebäuden wie Justizvollzugsanstalten oder Krankenhäusern gelten besondere Brandschutzanforderungen. Hier dürfen ausschließlich nicht brennbare Dämmstoffe eingesetzt werden, typischerweise mineralische Materialien wie Steinwolle, Glaswolle oder Porenbeton. Diese strengen Vorschriften gelten für Einfamilienhäuser nicht – mit zwei wichtigen Ausnahmen: Zum einen muss um den Kamin bei der oberen Geschossdecke ein Kragen aus nicht brennbaren Dämmstoffen gelegt werden, bevor weitere normal entflammbare Dämmstoffe aufgebracht werden können. Zum anderen muss bei Reihenhäusern in der Wand zum Nachbarhaus ein nicht brennbarer Dämmstoff eingebaut werden. Diese Regelungen dienen der Sicherheit und dem Brandschutz der Bewohner.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Einblasdämmstoffe?

Bei Einblasdämmstoffen gibt es erhebliche Unterschiede in den Eigenschaften. Polystyrol-Kügelchen beispielsweise sind absolut wasserfest und eignen sich daher hervorragend für die Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk. Ähnlich verhält sich der Dämmstoff Superfil, der ebenfalls wasserabweisend ausgerüstet ist. Im Gegensatz dazu stehen Zellulose und Holzweichfaser-Einblasdämmstoffe: Diese sind hydrophil, also wasseraufnehmend. Das macht sie ungeeignet für zweischaliges Mauerwerk, aber ideal für die Innendämmung von Wänden. Dort können sie das entstehende Tauwasser aufnehmen, zwischenspeichern und später wieder an die Raumluft abgeben.
Ein wichtiger Aspekt bei allen Einblasdämmstoffen ist die fachgerechte Verdichtung. Nur zertifizierte Fachbetriebe können die korrekten Verdichtungswerte gewährleisten und damit spätere Setzungen vermeiden. Diese könnten sonst besonders im Holzrahmenbau zu problematischen Hohlräumen führen.

Wie stark beeinflussen Rüstkosten die Gesamtkosten einer Dämmmaßnahme?

Die Rüstkosten haben einen überraschend hohen Anteil an den Gesamtkosten einer Dämmmaßnahme. Dies gilt nicht nur für große Fassadendämmungen, sondern auch für scheinbar einfache Maßnahmen wie das Einblasen von Zellulose auf der obersten Geschossdecke. Die Rüstkosten beginnen mit der Anfahrt des Handwerkers: Zeit im Stau, Parkplatzsuche, das Ausladen und Verlegen der Schläuche und Kabel – all das sind Kosten, die entstehen, bevor der erste Dämmstoff eingebracht wird.
Diese Kostenstruktur führt zu einer wichtigen Erkenntnis: Wenn ein Handwerker bereits vor Ort ist und die gesamte Ausrüstung aufgebaut hat, macht es wirtschaftlich absolut Sinn, die optimale Dämmdicke einzubringen. Das zusätzliche Material für beispielsweise 15 Zentimeter mehr Dämmstärke kostet verhältnismäßig wenig, bringt aber einen deutlichen Mehrwert für die Energieeffizienz des Gebäudes. Die Rüstkosten sind also ein wichtiger Grund, warum man Dämmmaßnahmen von Anfang an richtig dimensionieren sollte.

Wie erkenne ich einen effektiven Dämmstoff?

Ein grundlegendes Prinzip der Dämmung können wir von der Natur lernen: Die Luft, genauer gesagt die stillstehende Luft, ist der eigentliche Dämmstoff. Dies zeigt sich bei Islandponys, die im Winter ein dichtes Fell mit eingeschlossenen Luftpolstern entwickeln, oder bei Spatzen, die ihre Federn aufplustern und Luft darunter einschließen. Besonders effektiv sind Eiderdaunen, weil sie sehr feine Luftporen besitzen.
Dieses Prinzip gilt auch für technische Dämmstoffe: Je kleiner die Luftporen, desto besser die Dämmwirkung. Bei einer Holzfaserplatte beispielsweise dämmt nicht das Holz selbst, sondern die darin eingeschlossene Luft. Wenn Sie also einen Dämmstoff beurteilen möchten, achten Sie auf die Porengröße: Große, sichtbare Luftporen deuten auf eine schlechtere Dämmwirkung hin, während sehr feine oder gar nicht sichtbare Poren für eine gute Dämmleistung sprechen. Diese grundlegende Erkenntnis hilft beim Verständnis, warum beispielsweise Vakuumisolationspaneele so effektiv sind – sie eliminieren die Luftbewegung nahezu vollständig.

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